Dieses Bild ist das kleinste Werk aus der Serie „Irisblüten auf dem Mond“. Es entstand aus dem Bedürfnis heraus, bei einer einzelnen Blüte innezuhalten und ihre subtilen Veränderungen zu betrachten. Es ist eine intimere Geschichte als die übrigen Bilder der Serie – still, nah und auf Details konzentriert.
Inspiration waren die Irisblumen aus meinem Garten, die ich in verschiedenen Phasen ihres Lebens beobachte. Am meisten berühren sie mich, wenn sie zu verblühen beginnen. Ihre Blütenblätter werden weich, fallen herab und ordnen sich zu neuen, ungewöhnlichen Formen an. Genau in diesem Moment entdecke ich die Idee der Schönheit durch Erfahrung – einer Schönheit, die nicht aus Perfektion entsteht, sondern aus der gelebten Zeit.
In diesem Bild ist mir der Fluss besonders wichtig. Die vertikalen, fließenden Pinselstriche erinnern an herabfließendes Wasser oder sanften Regen. Sie bilden nicht nur den Hintergrund, sondern durchdringen das gesamte Bild und verleihen ihm Rhythmus und einen ruhigen Atem. Die Blume scheint in diese Fließendheit eingetaucht zu sein, als wäre sie zugleich Teil der Pflanze und ein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche.
Mich begleitete ein Gedanke, inspiriert von einem Haiku von Basho:
„Unter den Irisblüten
zittert das Spiegelbild
zittert sanft.“
Gerade dieses Zittern des Spiegelbilds, die Sanftheit der Bewegung und die ständige Wandelbarkeit der Natur bilden den Kern dieses Bildes. Ich wollte den Moment einfangen, in dem die Form aufhört, fest zu sein, und zu fließen beginnt – ruhig, ohne Widerstand, und dabei voller Leben bleibt.





