Öl auf Leinwand, datiert um 1910, links unten signiert "A. Rieper", rückseitig Originaletikett: "Aug. Rieper München - Nr. 729 'Judith'". Zustand: kleinere Risse, Verluste, alte Retuschen. Rahmenloses Gemälde, Maße ca. 94 x 126,5 cm
Beschreibung des Werkes: "Judith"
Das Gemälde "Judith" zeigt eine nackte junge Frau mit einem Rosenkranz im Haar, die auf einer Ottomane sitzt, vor dem Hintergrund eines roten Vorhangs und einer bergigen Landschaft mit einer Burg. Die Frau hält ein großes Messer in der rechten Hand, eine Anspielung auf die biblische Figur Judith, die im Alten Testament den assyrischen Feldherrn Holofernes tötet. Rieper stellt Judith in einer eher erotischen und sinnlichen Weise dar, die von den traditionellen Darstellungen dieser Figur abweicht. Das Modell könnte die Frau des Künstlers gewesen sein, was dem Werk eine zusätzliche Dimension der Intimität verleiht. Das in Impasto-Technik mit breiten Pinselstrichen ausgeführte Gemälde ist in der linken unteren Ecke signiert und um 1910 datiert.
Interessante Fakten
Rieper war nicht nur ein renommierter Künstler, sondern seine Werke fanden auch Käufer unter Persönlichkeiten wie Kaiser Wilhelm II. und Erzherzog Franz Ferdinand, was von seinem Ruf in der Kunstwelt zeugt.
August Rieper (1865-1940) - Deutscher Maler, Zeichner, Lithograph und Radierer, geboren in Hamburg, erhielt seine frühe künstlerische Ausbildung an der Hamburger Kunstgewerbeschule. Ab 1884 studierte er an der Münchner Akademie, bildete sich aber vor allem durch das Studium der Werke der alten Meister weiter. Rieper erlangte Anerkennung in der Münchner Kunstszene und stellte seine Werke unter anderem im Glaspalast in München sowie in Hamburg, Wien, Dresden und Berlin aus. Sein Werk wurde von Künstlern wie Rudolf von Seitz und Franz von Lenbach gewürdigt. Er war Mitglied vieler angesehener Kunstvereine, darunter der Münchner Künstlervereinigung und des Reichsverbandes Bildender Künstler in Deutschland.
Rieper war ein vielseitiger Künstler, der Landschaften, Interieurs, Porträts, Akte, Stillleben und Genrebilder schuf. Seine Werke zeichnen sich durch klassische Komposition und intensive Farben aus.
Quellen: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Bruckmann "Münchner Maler des 19./20. Jh.", "Der neue Rump", Müller-Singer, Ries, Matrikel der Münchner Akademie, Boetticher, Dressler und Wikipedia
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