Artur Majka (geb. 1967), Homoanonymus, 2022
Patinierte Bronze auf einem Sockel aus Aquaharz.
Ein einzigartiges Exemplar.
*
Artur Majka wurde 1967 in Tarnów, Polen, geboren. Seit 1992 lebt und arbeitet er in Paris. Er absolvierte ein Architekturstudium an der Technischen Universität Krakau und ein Kunststudium an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Diese vielseitige Ausbildung spiegelt sich in seiner Kunst wider, sowohl durch die Verwendung verschiedener Techniken wie Acrylmalerei, Fotografie oder Siebdruck (u.a.), als auch durch die Vielfalt seiner beruflichen Erfahrungen. Artur Majka ist nämlich nicht nur Maler und Fotograf, sondern arbeitet auch als Grafikdesigner: Er erstellt Illustrationen für verschiedene Publikationen und ist Autor zahlreicher Plakate. Außerdem kombiniert er oft mehrere Techniken und Stile in einem einzigen Werk, wodurch er originelle Effekte erzielt und seinen Werken eine neue künstlerische Dimension verleiht. Dabei bleibt der Künstler seiner Ausbildung treu: Unabhängig von der verwendeten Technik ist die Linie stets die Grundlage der Komposition aller seiner Werke. Sie ist sowohl Ausgangspunkt als auch integraler Bestandteil des Ergebnisses, auch - oder vielleicht vor allem - in Werken an der Grenze zwischen Figuration und Abstraktion. Artur Majka stellt seine Werke regelmäßig in Polen, den USA und Frankreich aus.
**
Das Projekt "Homoanonymus" wurde 1997 ins Leben gerufen. In diesem Jahr wurde die erste datierte Zeichnung angefertigt, die in der Zukunft der Beginn einer reichen Sammlung von Werken und einer gut durchdachten künstlerischen Philosophie werden sollte, die das Projekt Homoanonymus heute darstellt. Der Name Homoanonymus wurde zum ersten Mal während einer Ausstellung in der Galerie Roi Dore in Paris im Jahr 2010 öffentlich verwendet. Im Laufe der Zeit wurde das Projekt mit neuen Bedeutungen, Interpretationen und Formen angereichert. Im Jahr 2022, dem 25. Jahrestag der Geburt des Projekts, tritt Homoanonymus in einer Form in die Welt hinaus, die sich an der Grenze zwischen Skulptur, Street Art und Performance bewegt und eine neue virtuelle Identität erhalten hat.
Homoanonymus verbindet zwei für Artur Majkas Werk charakteristische Elemente: die Rolle der Linie als Grundlage der Komposition jedes Werks und die zentrale Rolle des Menschen, der für den Künstler eine ständige Inspirationsquelle ist. Majka ist ein sehr vielseitiger Künstler, der Acryl- und Ölgemälde auf Leinwand und Holz, Zeichnungen, Collagen, Drucke, Fotografien, aber auch große räumliche Formen aus Metall oder kleine räumliche Strukturen aus Holz oder Metall schafft. Oft kombiniert er verschiedene Techniken und Inspirationsquellen in einem einzigen Werk. Dabei bleibt die Linie - energisch, mehr oder weniger regelmäßig, "kardiographisch" - stets ein Schlüsselelement seiner Arbeit, sie ist sowohl die Grundlage der Komposition, der Ausgangspunkt als auch ein integraler Bestandteil des Ganzen. Homoanonymus ist auch ein zutiefst humanistisches Projekt, da der Mensch stets im Mittelpunkt von Artur Majkas Interesse steht. Der Ursprung der Sammlung Homoanonymus war eine Zeichnungsgalerie von Figuren, die der Künstler nach seiner Ankunft in Paris zu erstellen begann. Diese schnell skizzierten Silhouetten von Menschen, die er in der Metro oder auf der Straße beobachtete, wurden zum Ausgangspunkt für künstlerische Erkundungen - ihre stilisierten Formen finden sich in seiner Malerei, Skulptur oder angewandten Kunst (z. B. Schmuck) wieder - aber auch für philosophische Überlegungen. So schreibt Majka in seinem künstlerischen Manifest: "Der Homoanonymus wurde in der Pariser Metro geboren. Dort, inmitten eines Gewirrs von Gesichtern und Figuren, suchte ich nach der Rechtfertigung seiner abstrakten Endform. (...) Es war nicht die Zeit für ein tiefgründiges psychologisches Porträt, sondern nur für eine augenblickliche, schmissige Notiz eines vorbeigehenden, anonymen Mannes. (...) Und letztlich zu der Feststellung, dass der Mensch immer derselbe ist, unabhängig von Hautfarbe, Frisur, Gesichtsausdruck, Psychologie."
Das Projekt Homoanonymus besteht derzeit aus Zeichnungen, Gemälden, Skulpturen, Schmuck, aber auch aus weniger konventionellen Formen, die sich aus den Erkundungen und Erfahrungen des Künstlers ergeben, wie etwa Kunstbücher.