Mieczysław T. Janikowski (1912–1968)
Komposition mit Bergbewohnern, 1930er Jahre
Tempera auf Papier, 36,5 × 50,2 cm
auf der Rückseite Künstlerstempel: „M. T. Janikowski“
sowie die Nr. IV.52 aus dem Werkverzeichnis von 1986
Er wurde am 13. Februar 1912 in Zaleszczyki in den östlichen Grenzgebieten geboren. Seine frühe Jugend verbrachte er in Olkusz. In die Fußstapfen seines älteren Bruders Stanisław tretend, begann er ein Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Jagiellonen-Universität, wechselte jedoch nach einem Jahr an die Krakauer Akademie der Bildenden Künste, wo er unter der Leitung von Prof. Jarocki, Sichulski und Filipkiewicz wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sein Abschlusszeugnis erhielt. Als Leutnant des 22. Karpat-Ulanen-Regiments kämpfte er bis zum 1. Oktober 1939. Anschließend gelangte er nach Ungarn, wobei er gegen das von seinem Kommando mit den sowjetischen Truppen unterzeichnete Kapitulationsabkommen verstieß. Die meisten seiner Waffenbrüder kamen bei der Auflösung der Lager in Starobielsk und Kozielsk ums Leben. Vier Jahre später nimmt er als Kommandant eines Panzerwagens der 1. Division von General Maczek an der Befreiung Frankreichs, Belgiens und der Niederlande teil. In der Schlacht um Alphen schwer verwundet, verbringt er die nächsten Jahre in Schottland, wo er das College of Art in Edinburgh abschließt. Er erhält ein Stipendium und reist im September 1947 nach Paris. Dort lässt er sich nach einem einjährigen Aufenthalt in London im Jahr 1952 endgültig nieder. Dank der Gastfreundschaft des Avantgarde-Malers Stanisław Grabowski wohnt er im berühmten „Ule“, also „La Ruche“, in der Passage de Dantzig 2. Ab 1962 besucht er mehrmals Krakau, wo er am 14. Dezember 1968 unerwartet stirbt.
Zu Lebzeiten hatte Mieczysław Janikowski lediglich drei Einzelausstellungen, darunter eine in den Krakauer Krzysztofory. Nach seinem Tod folgten mehrere Dutzend. Das Interesse an der abstrakten Malerei, darunter auch an konstruktivistischen Kompositionen, entwickelte sich bei Janikowski Ende der vierziger Jahre. Auf die Frage nach dem Grund für diese Entwicklung soll er seinem Freund Józef Czapski geantwortet haben: „Eine gerade Linie im Gegensatz zu einer gekrümmten Linie ist schon ein Drama, warum also noch mehr malen?“ In Polen befinden sich Werke von Mieczysław Janikowski in den Sammlungen des Nationalmuseums in Krakau, Warschau, Danzig und Posen, im Kunstmuseum in Łódź, in den Bezirksmuseen von Bydgoszcz, Bytom und Radom, im Museum für Mittelpommern in Słupsk, im Architekturmuseum in Wrocław, im Museum in Chełm sowie im Historischen Museum in Sanok.





