Mischtechnik, Papier, 55 x 45 cm (im Rahmen)
Signatur links unten: „Suchanek“
„Und schließlich die Blumen … Als Thema tauchten sie in seinen Werken der Zwischenkriegszeit nur sporadisch auf. Doch die Besatzung und die Abgeschiedenheit vom Meer – seiner wichtigsten Inspirationsquelle – führten dazu, dass der Maler gerade in diesen anmutigen Motiven Trost fand. Nachdem er das Lager verlassen hatte, hielt er sich in der Wohnung des Malers Kazimierz Borzym versteckt, der damals in einem Blumenladen arbeitete, und skizzierte dort häufig dieses Motiv. Blumen als Hauptthema in der zeitgenössischen Malerei gehen auf die Tradition von Henri Fantin-Latour zurück, doch im Falle des Werks von Antoni Suchanek war Leon Wyczółkowski zweifellos das Vorbild. Und vielleicht näherte sich Suchanek gerade in seinen Blumenbildern seinem Meister am meisten an. Den Blumen blieb er übrigens bis zum Schluss treu. In der Wohnung in Orłowo waren sie immer griffbereit – Gäste beschenkten den Künstler damit, Stanisława brachte sie aus dem Garten mit. Suchanek war in der Lage, sie im Handumdrehen zu porträtieren; er malte sie in Öl, mit Gouache, Pastell und Aquarell, mischte oft Techniken und verwendete verschiedene Formate. Er komponierte sie auf vielfältige Weise: Manchmal waren sie Bestandteil eines Stilllebens (wobei sie stets das dominierende Element der Komposition bildeten), häufiger wurden sie vor einem neutralen Hintergrund platziert und füllten den gesamten Bildraum aus: Flieder, Chrysanthemen, Rittersporn, Rosen, Disteln, Sumpfdotterblumen, Pfingstrosen und – seine Lieblinge – Sonnenblumen. Er malte sie raffiniert, fast wie aus dem Stegreif, mit großem Farbgefühl und ohne Scheu vor dem Kontrast zwischen warmen und kalten Farben. Besonderen malerischen Wert sah er in verblühenden Blumen – obwohl deren Farbgebung gedämpfter ist, stellten sie für den Maler eine interessantere Form dar. In der Blumenmalerei spielte, wie übrigens in seinem gesamten Schaffen, der ästhetische Faktor eine vorrangige Rolle. Antoni Suchanek war über sechzig Jahre lang künstlerisch tätig. Er suchte in der Kunst keine neuen Wege, sondern schöpfte sein Potenzial voll aus. Er erlaubte sich kleine Experimente; indem er sich in Bereiche der Abstraktion vorwagte, schuf er farbenfrohe Kompositionen mit freier Farbgebung, die durch einen geometrischen Linienrhythmus akzentuiert wurden. Doch kehrte er von diesen Streifzügen stets zum konkreten Malen zurück. Das Schaffen bereitete ihm Freude, er besaß die Kossak-typische Leichtigkeit im Malen. Er war voller Interessen und Leidenschaften – ein ausgezeichneter Schachspieler und Philatelist, ein Musiker, der gerne auf der Harmonika improvisierte.“
W. Zmorzyński, Antoni Suchanek. Malerei, Zeichnung. Nationalmuseum in Danzig 2003, S. 16–208
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