Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, gerahmt 66 x 76 cm
Signatur auf der Rückseite
Beschreibung des Werks
Das hier vorgestellte Gemälde von Nicolae Latunova entführt den Betrachter in das sonnenbeschienene Venedig – eine Stadt, deren Kultur, Architektur und Karnevalstradition einen besonderen Platz im Schaffen des Künstlers einnehmen.
Im Vordergrund sehen wir ein Paar in historischen Kostümen, eingefangen in einer leichten, fast tänzerischen Geste. Der Mann trägt ein weißes Kostüm, das an die Figur des Pulcinella aus der italienischen Commedia dell’arte erinnert. Seine ausladende Bewegung und theatralische Pose stehen im Kontrast zur anmutigen Haltung der ihn begleitenden Frau, die in einem reich verzierten, von der Mode des 18. Jahrhunderts inspirierten Kleid dargestellt ist.
Beide tragen schwarze Masken. Diese verleihen der Komposition eine Atmosphäre des Geheimnisvollen, des Flirts und des karnevalistischen Spiels, in dem die wahre Identität für einen Moment verborgen bleibt. Die Begegnung der Figuren lässt sich als Flirtszene, als Ausschnitt aus einer Aufführung oder als symbolischer Tanz zweier Menschen interpretieren, die sich durch Bewegung, Blicke und Gesten verständigen.
Im Hintergrund erstreckt sich ein malerisches Panorama von Venedig: die blaue Lagune, Gondeln, historische Gebäude sowie die charakteristischen Kuppeln und Türme. Das kühle Blau des Himmels und des Wassers wird den warmen Farbtönen der Architektur sowie den goldenen und cremefarbenen Partien der Kostüme gegenübergestellt. Dadurch bleibt die Komposition hell, dekorativ und voller südlichem Licht.
Latunov verbindet gekonnt den Realismus der Darstellung mit der Theatralik der Szene. Sorgfältig ausgearbeitete Details der Kostüme, Spitzen, Masken und der Architektur erzeugen einen Eindruck von Opulenz, während die dynamischen Posen der Figuren dafür sorgen, dass das Bild keine statische Veduta ist, sondern eine lebendige Erzählung über Venedig, die Liebe und die Kunst der Maskerade.
Rahmung
Das Werk wurde in einen eindrucksvollen, breiten Rahmen mit reichhaltiger ornamentaler Verzierung gefasst. Die vergoldete Oberfläche, das pflanzliche Relief sowie die stilisierten Abnutzungsspuren verleihen dem Rahmen einen repräsentativen Charakter und harmonieren gut mit den historischen Kostümen der Figuren und der Architektur Venedigs.
Der innere, hellere Teil des Rahmens bildet einen visuellen Übergang zwischen dem goldenen Rahmen und der Farbgebung des Bildes. Ein zusätzliches, dekoratives goldenes Profil direkt am Werk rundet die Komposition elegant ab und unterstreicht ihren Sammlercharakter.
Der Rahmen ist kein zufälliges Accessoire, sondern ein integraler Bestandteil der Präsentation – er verstärkt die Theatralik der Szene, bringt die warmen Farbtöne des Bildes zur Geltung und sorgt dafür, dass das Gesamtwerk bereit für die direkte Ausstellung ist.
NICOLAE LATUNOV – BIOGRAFIE DES KÜNSTLERS
Nicolae Latunov ist ein moldauischer Maler, Grafiker, Porträtist, Bildhauer und Schöpfer venezianischer Masken, der in Chișinău lebt und arbeitet. Er gehört zu den vielseitigen Künstlern, die sich mühelos zwischen klassischer Malerei, Zeichnung, Aquarell, Grafik, Bildhauerei, Pappmaché und angewandter Kunst bewegen.
Ausbildung und UNESCO-Stipendium
Latunov schloss sein Kunststudium an der moldauischen Akademie für Musik, Theater und Bildende Künste ab. Anschließend erhielt er ein Stipendium, das mit Unterstützung der Nationalen UNESCO-Kommission der Republik Moldau gewährt wurde und ihm ermöglichte, seine Ausbildung in Florenz fortzusetzen. In Italien absolvierte er ein Masterstudium im Bereich Grafik und vertiefte seine Kenntnisse in Kunstgeschichte und Kunstkultur.
Sein Aufenthalt in Florenz und die anschließenden Kontakte zu Venedig spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung seines künstlerischen Handwerks. Dort lernte der Künstler die traditionellen Methoden der Herstellung venezianischer Masken kennen und beherrschte dieses Handwerk nach und nach auf professionellem Niveau. Seine handgefertigten Masken fanden unter anderem in Venedig sowie bei Abnehmern in anderen Ländern Absatz.
Malerei
Der wichtigste Teil des Schaffens von Nicolae Latunov bleibt jedoch die Malerei. Der Künstler schafft Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und grafische Arbeiten, wobei er sich vor allem der
- Porträtmalerei,
- Genremalerei,
- historische,
- symbolische,
- Landschaftsmotive,
- Tiermalerei.
Einen besonderen Platz in seinem Schaffen nimmt das Porträt ein. Latunov schuf eine umfangreiche Serie von Darstellungen moldauischer Einwohner sowie von Personen, deren Persönlichkeit oder Aussehen sein Interesse geweckt hatten. Bei der Arbeit an einem Porträt nutzt er verschiedene Techniken – von der Ölmalerei über Bleistiftzeichnungen bis hin zur Grafik – und passt die Ausführungsweise dem Charakter des Modells und der beabsichtigten Stimmung der Darstellung an.
Der Künstler beschränkt sich nicht auf eine einzige, streng definierte Strömung. Er beschreibt seine Methode als individuelle künstlerische Sprache, die er intuitiv durch die Verbindung von Erfahrungen in der Malerei, Grafik und Bildhauerei entwickelt. Charakteristisch für seine Arbeiten sind sorgfältige Zeichnungen, eine klare Licht-Schatten-Modellierung, das Interesse am menschlichen Gesicht sowie die Verbundenheit mit der traditionellen Darstellungstechnik.
In Latunovs Landschaften zeigt sich sein Interesse an Licht, Atmosphäre und der Wandelbarkeit der Natur. Während des internationalen Pleinairs und der Ausstellung „Impresii de la Voroneț“ präsentierte der Künstler Gemälde, die von der Landschaft der Bukowina und dem Werk von Nicolae Grigorescu inspiriert waren, wobei er sich auf das Zusammenspiel von Licht, Farbe und Stimmung konzentrierte.
Interdisziplinärer Künstler
Latunov beschäftigt sich auch mit dem Entwurf von Masken und Objekten für das Theater. Er war verantwortlich für die Anfertigung der Masken für das Dokumentartheaterstück „Podul de Piatră. Elegia celor de la km distanță“ des Alexie-Mateevici-Theaters.
Seine Masken entstehen in einem traditionellen, mehrstufigen Verfahren, unter anderem aus Pappmaché. Für den Künstler sind sie nicht nur dekorative Objekte – jede Maske soll einen eigenen Charakter und eine eigene Symbolik haben und eine bestimmte Idee vermitteln. Dieser Ansatz rückt sein Schaffen an die Schnittstelle von Malerei, Bildhauerei, Bühnenbild und Theater.
Aktuelle Tätigkeit
Nicolae Latunov ist in Chișinău künstlerisch und pädagogisch tätig. Er ist mit der Galerie Plai verbunden, deren Tätigkeitsfeld Kunst, Design, künstlerische Bildung sowie die Organisation kultureller Veranstaltungen umfasst.
Der Künstler bietet zudem Kurse für Kinder und Jugendliche an. Er unterrichtet Malerei, Zeichnen, Aquarellmalerei, Modellieren sowie Maskenbau und betont dabei die Bedeutung von Geduld, Beobachtungsgabe und der Förderung der individuellen Vorstellungskraft der Schüler.
Die Bedeutung seines Schaffens
Das Schaffen von Nicolae Latunov entspringt dem Zusammentreffen mehrerer Traditionen: seiner akademischen Ausbildung in Moldawien, der italienischen Kunstkultur, die er in Florenz und Venedig kennengelernt hat, sowie seiner persönlichen Verbundenheit mit den Menschen und der Landschaft seines Heimatlandes.
Sein künstlerisches Schaffen beschränkt sich nicht auf eine einzige Disziplin. Es umfasst klassische Malerei, Porträtmalerei, Landschaftsmalerei, Grafik, Bildhauerei, räumliche Objekte und Theaterkunst. Dadurch bleibt Latunov ein Künstler mit einer unverwechselbaren, individuellen künstlerischen Persönlichkeit, der traditionelles Handwerk mit seiner eigenen Ausdrucksweise verbindet, um Mensch, Natur und Geschichte darzustellen.



