27,3 x 19,3 cm – Bleistift, Aquarell, auf Karton aufgeklebtes Papier
Bleistift, Aquarell, auf Karton aufgeklebtes Papier, 27,3 x 19,3 cm (im Passepartout)
signiert rechts: ZW. [verbundene Initialen]
Beschriftung unten: Voltere.
Auf der Rückseite links unten Aufkleber (Druck, Tinte): CENTRALNE BIURO WYSTAW ARTYSTYCZNYCH | Warszawa „Zachęta“ Plac Małachowskiego 3 | Ausstellung Festival Sopot Jahr 1957 | Autor Z. Waliszewski | Titel Voltaire | Emil Krcha Krakau; unten (mit blauem Wachsmalstift): Eigentum | Prof. Emil Krcha | in Krakau; rechts unten (unten links): Waliszewski.
Herkunft: Im Jahr 1957 befand sich das Gemälde in der Sammlung des Malers Emil Krcha in Krakau, der in seiner Sammlung zahlreiche Gemälde aus dem Nachlass von Zygmunt Waliszewski besaß.
Das Gemälde wurde u. a. ausgestellt, erwähnt und reproduziert in: – H. Bartnicka-Górska, A. Prugar-Myślik, Zygmunt Waliszewski 1897–1936, Monografische Ausstellung, Mai–Juli 1999, MNW, Warschau 1999, S. 228, Pos. III/514.
Zygmunt Waliszewski (St. Petersburg 1897 – Krakau 1936), Maler, Bühnenbildner, Illustrator. Da er schon seit seiner Kindheit großes künstlerisches Talent zeigte, begann er früh seine künstlerische Ausbildung in den Mal- und Zeichenkursen von Nikolai Sklifasowski und Boris Fogel, zunächst in Batumi und später in Tiflis. Als 13-jähriger Junge hatte er seine erste Ausstellung mit dem Titel „Wunderkind“. Während des Ersten Weltkriegs trat er in die Armee ein und kämpfte an der Nordfront. Von der Front stammen zahlreiche Zeichnungen und Porträts von Soldaten, die sich heute in den Sammlungen des Nationalmuseums in Warschau befinden. Verwundet verbrachte er seine Genesungszeit in Moskau und schloss dort Freundschaft mit der dortigen Künstlerboheme. Er kehrte nach Tiflis zurück, und als Georgien 1918 seine Unabhängigkeit erklärte, engagierte sich Waliszewski aktiv im Kreis der Futuristen, die sich in der sogenannten „Universität 41“ zusammengeschlossen hatten. Damals schuf er einen formal avantgardistischen Vorhang für das Staatliche Opernhaus in Tiflis. Die bolschewistische Bedrohung veranlasste den Künstler zur Ausreise nach Polen, wo er 1921 an der Krakauer Akademie der Bildenden Künste in das Atelier von Wojciech Weiss und anschließend von Józef Pankiewicz eintrat. Er knüpfte Kontakte zur Krakauer Avantgarde, verfasste theoretische Abhandlungen, entwarf Bühnenbilder und Kostüme für Theaterstücke und schuf die Wandmalereien im Clubraum der Futuristen „Gałka Muszkatołowa“. 1924 reiste er mit einer Gruppe von Studenten, die das sogenannte „Pariser Komitee“ bildeten, zur Weiterbildung nach Paris, wo Prof. J. Pankiewicz eine Zweigstelle der Krakauer Hochschule organisierte. Das Thema Farbe dominierte seine Werke, und Waliszewski wurde zu einem der herausragendsten Vertreter dieser Strömung in der polnischen Kunst der Zwischenkriegszeit. Schwer krank und nach einer Beinamputation kehrte er 1930 nach Polen zurück. Hier entstanden große Kompositionen wie „Die Insel der Liebe“, die von Veroneses Werk inspirierte Serie „Die Feste“, zahlreiche Landschaften und Stillleben, die zu seinen wertvollsten Werken zählen. Er ist der Schöpfer des Deckenbildes im Wawel in der Kurza-Stopka. Darüber hinaus schuf er Karikaturen und humoristische Szenen und entwarf Plakate. Seine Werke präsentierte er auf Ausstellungen im In- und Ausland, u. a. in Paris (1930), Genf (1931), Krakau (1932), in Warschau (1930, 1933) und auf der Internationalen Biennale in Venedig (1934). Seine Werke befinden sich u. a. in den Nationalmuseen in Warschau, Krakau, Posen und Stettin sowie im Puschkin-Museum in Moskau und in der Eremitage in Sankt Petersburg. Eine große Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen befindet sich im Museum für georgische Kunst in Tiflis sowie in dortigen Privatsammlungen. Im Jahr 1999 fand im Nationalmuseum in Warschau eine ihm gewidmete Einzelausstellung statt
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