"In der gesamten künstlerischen Haltung von Leon Tarasewicz, nicht nur in der Malerei, gibt es eine Reihe von einfachen und schönen Überzeugungen, darunter genau die, die vielleicht nicht verbal ausgedrückt wird, sich aber schon beim ersten Kontakt mit seiner Kunst aufdrängt, dass die Schönheit in der Einfachheit liegt. Wie andere Wahrheiten über Tarasewicz' Person und seine Bilder ist auch diese im Wesentlichen modernen Ursprungs. Paradoxerweise ist es im Zeitalter der postmodernen Strategien gerade dieses Festhalten an der modernistischen Ordnung, das die Stärke von Tarasewicz' Kunst ausmacht. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man seinen außerordentlichen Tatendrang und seinen unerschütterlichen Glauben an das Phänomen des Bildes als künstliche, vom Menschen geschaffene, aber durch die Notwendigkeit der Konfrontation mit der Außenwelt gut motivierte Einheit betrachtet. Vielleicht ist es ein romantischer Charakterzug, vielleicht aber auch eine Manifestation des zeitgenössischen Pragmatismus, dass der Künstler ein außerordentliches Verlangen hat, eine Art von Auflösung zu erreichen - und sei es nur, um seinen Traum zu erfüllen, das leuchtende Nebeneinander von Blau und Grün, das in der Natur zu beobachten ist, in der Malerei nachahmen zu können. All dies wird begleitet von der grundsätzlich schönen Überzeugung, dass die schöpferische Tätigkeit des Menschen allen dienen kann, unabhängig davon, dass ihr Charakter aus einem bestimmten Kontext, aus einem bestimmten Lebens- oder Kulturraum resultiert. Vielleicht ist dies eine spezifische Eigenschaft der Kunst. Sie ist sehr lokal und gleichzeitig sehr universell. So wie das Werk von Tarasewicz, das aus einer modernistischen und universellen Kunsttheorie hervorgegangen ist, aber auf zeitgenössische Weise einer Subjektivierung und Regionalisierung unterworfen wurde. Um es sehr poetisch auszudrücken - es handelt sich um eine zahme Moderne - reine Malerei, in der die Spur eines konkreten Menschen und seines Landes eingeprägt ist."
Łukasz Gorczyca, Februar 1999 (...) in: J. Gola, "Leon Tarasewicz", Warschau 2007, S. 174.
Łukasz Gorczyca, Februar 1999 (...) in: J. Gola, "Leon Tarasewicz", Warschau 2007, S. 174.





