Von dem großen Vorbild Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, (1571-1610), der im 17. Jahrhundert seinen Einfluss in ganz Europa verbreitete, zeugt auch dieses meisterhaft gemalte Bild des Heiligen Hieronymus. Er ist einer der von den Caravaggisten am häufigsten dargestellten Heiligen in Halbfigur. Die biblische Szene wird auf dem vorliegenden Gemälde theatralisch in einem starken Hell-Dunkel-Kontrast mit leuchtendem Rot, Weiß und dunklem Braungrau dargestellt. Meditierend und lesend, mit seinem Schädel als Memento mori in der Hand, verbringt er seine Tage in absoluter Einsamkeit. Sein roter Kardinalshut, der rechts an einem Baumstumpf hängt, und sein rotes Gewand, das locker um seine Schulter gewickelt ist und seinen Körper umhüllt, verweisen auf seine Zeit als Kardinal. Die dynamische und zugleich weiche Materialbehandlung der Komposition als Nachtstück erinnert an einige Einzelfiguren alter Männer; Werke von Honthort, die dramatischere Konzeption und der stärkere Lichtkontrast, der die neapolitanischen Einflüsse zurücknimmt, rücken das Hieronymus-Gemälde jedoch in die unmittelbare Nähe von Matthias Stomer und Pietro Paolini.
Abmessungen:
97,5 x 72 cm
Medium:
Öl auf Leinwand
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