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Künstler
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Maurycy Gottlieb (1856 Drohobych - 1879 Krakau), Recha, 1877.

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Losbeschreibung
Schätzungen: 43 896 - 65 844 EUR
Szene aus "Natan der Weise", einem Drama von Gotthold Ephraim Lessing
Öl, Leinwand auf Karton geklebt, 29 × 20 cm
Signiert p. d.: M. G.

Provenienz:
- Auktionshaus Sotheby's, Jerusalem, Mai 1985
- Sammlung von Jacob und Asei Furman, Santiago, Chile
- MatsArt Auctioneers & Appraisers, November 2008
- Louiza Auktion, Brüssel, Juni und Dezember 2012
- MatsArt Auctioneers & Appraisers Jerusalem, Januar 2014
- Privatsammlung, Polen

Ausgestellt:
- Das Kunstmuseum in Tel Aviv, Mai - Juli 1991
- Das Nationalmuseum in Warschau, August - Oktober 1991

Beschrieben und reproduziert:
- Karol Bernhaut, "Maurycy Gottlieb. 1856-1879. 39 Reproduktionen von Gemälden des
Malereien des Künstlers", Tel-Aviv 1961, Tafel 60
- Nehama Guralnik, "In der Blüte der Jugend. Maurycy Gotlieb 1856-1879", [Kat. Ausstellung; V - VII 1991], Tel-Aviv Museum of Art, National Museum in Warschau, Tel-Aviv 1991, S. 155, Kat. Nr. 29
- Jerzy Malinowski, "Maurycy Gottlieb 1856-1878", Ausstellungskatalog, Nationalmuseum in Warschau, VIII - X 1991, S. nlb., Kat. Nr. 22
- Jacobo Furman, "Treasures of Jewish Art: From the Jacobo and Asea Furman Collection of Judaica", New York 1998, S. 263
- Jerzy Malinowski, "Maurycy Gotlieb - Ein Willkommen...,". D.A.. Agra-Art, Warschau 1999, S. nlb., il. nlb. 9

Das in der Auktion angebotene Gemälde von Maurycy Gottlieb Rech gehört zu einer Serie von Skizzen, die der Künstler als Illustrationen für das Drama "Natan der Weise" des bedeutenden deutschen Dramatikers Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) anfertigte.

"Natan der Weise" spielt in Jerusalem um 1193, in den turbulenten Zeiten der Kreuzfahrerkriege, am Schnittpunkt verschiedener Kulturen und Religionen - Judentum, Christentum und Mohammedanismus. Es ist die Geschichte eines edlen Jerusalemer Juden, Natan, der sich eines christlichen Mädchens, Recha, annimmt und sie wie seine Tochter aufzieht, obwohl es Christen waren, die zuvor seine Familie ermordet hatten. Als Natan von einer fernen Reise zurückkehrte, erfuhr er von einem Brand in seinem Haus, aus dem Recha von einem jungen Ritter-Templer gerettet worden war. Zwischen dem jungen Paar entstand ein Gefühl; im Laufe der Ereignisse stellte sich jedoch heraus, dass sie beide Geschwister waren - Kinder des verstorbenen Bruders von Sultan Saladin. Die Figur der Recha, die von einem Juden als Tochter eines Moslems und einer Christin aufgezogen wurde, wurde zu einem Symbol für die Versöhnung der drei Religionen im Namen der höchsten ethischen Grundsätze. Der Disput zwischen Natan und Saladin sowie das Komplott der Schwester des Sultans, Sittah, müssen als toleranter Dialog zwischen verschiedenen religiösen und philosophischen Haltungen betrachtet werden
und philosophischen Haltungen." Jerzy Malinowski, "Maurycy Gottlieb - Willkommen...", Warschau 1999

1877, fast 100 Jahre nach dem Erstdruck des Dramas, machte sich der bekannte Münchner Verleger Friedrich Bruckmann daran, eine luxuriöse, reich illustrierte Ausgabe von "Natan der Weise" vorzubereiten. Für die grafische Gestaltung zeichnete der junge, aber bereits gefeierte Maurycy Gottlieb verantwortlich. Denn der Künstler, der selbst in einem Brief an einen Freund schreiben sollte: "Ich bin Pole und Jude und will für beide arbeiten, wenn Gott es schenkt", muss dies ein besonders wichtiger Auftrag gewesen sein, nicht zuletzt wegen des tiefen Humanismus in Lessings Drama. Laut Auftrag sollte Gottlieb etwa 12 Gemälde anfertigen, gemalt in Öl auf Leinwand in der En Grisaille-Technik, die sich am besten für fotografische Reproduktionen eignet. Dem Vertrag zufolge sollte der Künstler Bruckmann zunächst Skizzen vorlegen und diese Kompositionen erst nach dessen Zustimmung auf große Leinwände übertragen. Gottlieb malte etwa zwanzig solcher Studien, die endgültigen Versionen - Gemälde von ca. 110 x 80 cm - mindestens vier. Dazu gehören
Die Begrüßung Natans durch Recha, Die Rettung Rechas aus den Flammen, Die Schlussszene mit Saladin, Sittah und Recha und Saladin und Sittah beim Schachspiel. Ende 1877 stellte der Künstler die Arbeit an der Serie jedoch ein. Friedrich Bruckmann zog sich aus unbekannten Gründen aus dem Vertrag zurück, und schließlich wurde Lessings Drama nicht veröffentlicht. Bereits nach Gottliebs Tod gelangten zwölf Skizzen und zwei große Gemälde (Rechas Gruß an Natan und Rechas Rettung aus den Flammen) in die Sammlung des Krakauer Rechtsanwalts Emil Beres, eines Freundes des Künstlers. Eine der zwölf Skizzen ist das ausgestellte Werk, eine Skizze für Recha, gemalt in Öl auf Leinwand, aufgeklebt auf Karton. Außerdem benutzte der Künstler hier einen Pinselstiel, mit dem er ornamentale Linien in die nasse, frische Farbe ritzte. In diesem Gemälde, wie auch in den anderen Werken der Serie, ist die Inspiration durch die Malerei des geliebten Lehrers des Künstlers, des Meisters Jan Matejko, noch erkennbar, sichtbar in der Form, der Zeichnung und manchmal in den Gesten oder der Pose der Figuren.
Auktion
Kunstauktion
gavel
Date
08 Mai 2021 CEST/Warsaw
date_range
Ausrufungspreis
31 825 EUR
Schätzungen
43 896 - 65 844 EUR
Endpreis
-
Los ist nicht mehr verfügbar
Ansichten: 321 | Favoriten: 0
Auktion

Sopocki Dom Aukcyjny

Kunstauktion
Date
08 Mai 2021 CEST/Warsaw
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