Öl, Leinwand, 87,5 × 67,5 cm
signiert und datiert l. d.: JÓZEF CHEŁMOŃSKI/1906
auf dem Lendenschurz mit einem Papieraufkleber der Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste in Warschau aus den 1920er Jahren
Ausgestellt:
- "Ausstellung der Werke von Józef Chełmoński", Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste in Warschau, Juli 1927
Erwähnt:
- Führer Nr. 25 zur Ausstellung der Gesellschaft zur Förderung der Schönen Künste, Ausstellung von Gemälden von Wojciech Gerson, Józef Chełmoński, TZSP Warschau 1927, S. 29, Kat. Nr. 101 [hier als eine der Studien und Skizzen; vgl. unten - Bericht des Ausschusses...];
- Bericht des Komitees der Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste in Warschau für 1927, S. nlb. 36 [hier auch im Titel als eine der Studien und Skizzen aufgeführt, einschließlich der Skizze für Kosynier].
Reproduziert in:
- T. Matuszczak, Józef Chełmoński, Kraków 2003, S. 114 (Abb.)
Szenen aus dem Kościuszko-Aufstand, insbesondere patriotische Kompositionen, die unerschrockene Kosynier unter dem Kommando von Tadeusz Kościuszko in der berühmten Schlacht von Racławice am 4. April 1794 zeigen, wurden von vielen Künstlern in ihren Werken aufgegriffen. Dieses Thema tauchte unter anderem in den Gemälden von Jan Matejko, Juliusz Kossak, Jan Styka, Artur Grottger und Józef Chełmoński auf, der 1906 eine monumentale Szene mit dem Titel "Gebet vor der Schlacht" ("Racławice") malte. Der Kunsthistoriker Leonard Lepszy schrieb über dieses Werk Folgendes: "In den letzten Tagen schickte Chełmoński ein neues Gemälde nach Krakau, das in den Salons des Literarischen Kreises zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt wurde und damit in der Kunstwelt für Aufsehen sorgte. Hier sind meine Eindrücke: Der wichtigste Faktor in Chełmońskis künstlerischer Organisation ist sein großes Gefühl für die Natur. Wenn man sein "Kosciuszko vor der Schlacht von Raclawice" betrachtet, versteht und fühlt man zusammen mit dem Maler die Stimmung, die sich in der Natur am frühen Morgen der denkwürdigen Schlacht ausbreitet. Im Vordergrund des Gemäldes sieht man zwei Reihen von Schmieden, die auf dem grünen, vom Morgentau befeuchteten Rasen knien, der mit dem Frühling frisch zum Leben erwacht ist. Sie knien nicht wie Soldaten, sondern wie einfache Leute, betend, die Hände zum Gebet gefaltet, die Arme verschränkt, die Stirn gesenkt und die Mutter Erde mit den Lippen geküsst. Auf der grünen Grasnarbe liegen verlassene Sensen und Rechen. Hinter ihnen schlagen Trommler ihre Trommeln, eine Fahne mit dem Bild der Heiligen Jungfrau flattert in der Luft, und daneben tragen bäuerliche Fähnriche Nationalbanner mit dem weißen Adler. Weitere Reihen dieser Kinder des Krakauer Landes haben ihre Knie noch nicht gebeugt. Es sind gut aussehende Bauern, die für die Schlacht gekleidet sind, wie für einen Gala-Tanz, mit ihren reichlich mit Bändern geschmückten Hörnern. Im Hintergrund ziehen die regulären Truppen auf, und die prächtigen Silhouetten des Feldherrn mit seinem Stab und seiner Artillerie sind im Nebel völlig verschmolzen und in einer Farbe gezeichnet. Vorne in der ersten Reihe kniet ein Kapuziner, sein starkes Gesicht mit den Händen bedeckt und im Gebet für das Vaterland versunken. Der Nebel senkt sich, rosa gefärbt von der Sonne, die hinter den Bergen aufgeht, und nur an den Wolken, die wie Feuerbälle aufblitzen, erkennt man, dass sie gleich über der Landschaft aufleuchten wird. Man spürt, dass gleich die Schlachttrompeten ertönen, die Trommeln schlagen und die Kanonen donnern werden, und die Kosciuszko-Armee wird vorwärts stürmen, um für den Glauben und das Vaterland zu sterben. Zweifellos ist dies ein außergewöhnliches Bild, nicht wegen der Eigenschaften der Typen, denn die sind nicht zu finden, nicht wegen des Dramas, das sich in den Seelen dieser Menschen abspielt und auf ihre Gesichter gemalt ist, denn es ist schwierig, es in den Figuren zu finden, die wie zwei Wassertropfen erscheinen mögen, sondern in dieser Welle von Menschen, die von einer Idee bewegt werden und mit dem Land, für das sie kämpfen, fast vereint sind. Diese Verschmelzung von Mensch und Natur, die sie in ein Gefühl bringt und zu einem großen harmonischen Akkord eines plastischen historischen Moments verschmilzt, verleiht dem Werk seinen brillanten Stempel." ( Przegląd Powszechny, Nr. 267, März 1906, S. 431-432.)
Das im Auktionskatalog vorgestellte Gemälde "Kosynier" von 1906 war höchstwahrscheinlich eine vorbereitende Studie für ein Gemälde aus demselben Jahr - "Gebet vor der Schlacht" ("Racławice"). Der auf dem Gemälde dargestellte Sensenträger trägt die charakteristische Kleidung eines Infanteristen - ein helles Gewand, das mit einem Gürtel befestigt ist, einen roten Stutenmantel mit einer Zierfeder auf dem Kopf und hochhackige Stiefel. In seinen Händen hält er eine Sense, die charakteristische Waffe dieser Formation. Von unserem Auktionsschmied ist auch eine Bleistiftskizze bekannt, die aus dem Skizzenbuch von Chełmoński stammt, das sich in der Sammlung des Westmazowischen Museums in Żyrardów befindet. Hinter der Figur des Schmieds erstreckt sich der Held so vieler Gemälde des Künstlers - eine weite, leere Landschaft, die von einem strahlenden Licht gekrönt wird.
Weitere Illustrationen:
"Raclawice" oder "Gebet der Kosynier vor der Schlacht" (Öl, Leinwand, 172 × 244 cm; Nationalmuseum in Wrocław)
"Kosynier" - Zeichnung aus dem Skizzenbuch des Künstlers (Bleistift, Papier, 31,6 × 24,7 cm; Sammlung des Museums von Westmasowien in Żyradów, Foto mit freundlicher Genehmigung des Museums von Westmasowien)
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