11,9 x 17,3 cm - Öl, Karton auf Karton geklebt
signiert p.d.: F. Ruszczyc | 93
Dem Gemälde liegt eine Echtheitsbestätigung bei, ausgestellt von Ferdynand Ruszczyc, Kunsthistoriker und Enkel des Künstlers, datiert auf November 2025.
Die Landschaft zeigt höchstwahrscheinlich die lettische Ostseeküste in der Nähe von Vindava (Ventspils), wo sich Ferdynand Ruszczyc im Mai 1893 aufhielt, oder Libava (Liepaja), wo seine Familie ein Haus besaß. Obwohl er sich formal erst im zweiten Jahr seines Malereistudiums befand (den Besuch von Kursen als freier Student nicht mitgerechnet), ist seine sehr gute Maltechnik im Pinselstrich erkennbar. Das Gemälde vereint sowohl die Erfahrungen aus dem Atelier von Iwan Schischkin als auch seine eigene, weniger realistische, modernistische Vision der Landschaft, die eindeutig von der dänischen und deutschen Kunst jener Zeit beeinflusst ist.
Ferdynand Ruszczyc (Bohdanów 1870 - Bohdanów 1936) - ein herausragender Maler und Pädagoge, ein Adept der St. Petersburger Akademie der Schönen Künste, wo er unter I. I. Shyshkin und A. Kuindzhi studierte. Seine Schülerarbeiten wurden mehrfach mit Medaillen der Akademie ausgezeichnet. Als Künstler unternahm er zahlreiche Reisen - 1894 und 1895 auf die Krim, 1896 und 1897 über Königsberg und Stettin nach Rügen, Bornholm und Südschweden, 1898 nach Berlin, Köln, Paris, Dünkirchen, Ostende, Brüssel, Basel, Luzern, Lugano, Mailand, Venedig und Wien. Im Jahr 1897 ließ er sich auf dem Familiengut Bohdan nieder. Ab 1900 war er Mitglied der Gesellschaft der polnischen Künstler "Sztuka". Ab 1904 war er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Warschau und von 1907 bis 1908 an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Später kehrte er nach Vilnius zurück, wo er das lokale Kunstleben belebte. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Organisator und Professor der Fakultät für Schöne Künste an der Stefan-Batory-Universität in Vilnius. Er malte hauptsächlich Landschaften, die von einem sehr emotionalen Gefühl für die Natur und die Natur durchdrungen sind. Ruszczycs Gemälde Erde oder Nec Mergitur gehören zu den herausragenden Beispielen der symbolistischen Strömung in der Malerei des jungen Polen. Er malte auch die Innenräume seines Familiensitzes in Bohdanowo und beschäftigte sich mit Theaterszenografie, Illustration und Buchgrafik.
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