Maße: 100 x 104 cm
signiert unten rechts: „Lenica“
auf der Rückseite signiert, datiert und beschriftet: „A.Lenica | 1967 | PARIS | WARSCHAU | ‚DER MONAT DES LÖWEN‘“
Herkunft
Privatsammlung, Frankreich
Privatsammlung, Polen
Biografie
Polnischer Maler, Vater von Jan Lenica und Danuta Konwicka. Schwiegervater von Tadeusz Konwicki. Er begann 1922 sein Studium an der Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Posen. Parallel dazu studierte er Musik am Musikkonservatorium. Seine malerischen Interessen vertiefte er durch ein Studium am Privaten Institut für Bildende Künste unter der Leitung von Adam Hannytkiewicz. In den 1930er Jahren malte Alfred Lenica figurative Bilder, vor allem Stillleben und Landschaften, wobei er sich am Kubismus orientierte. Zu Beginn des Krieges wurde die Familie Lenica aus Posen vertrieben und begab sich nach Krakau. Die Kriegszeit war ein Wendepunkt in der Karriere des Malers. Das Krakauer Künstlermilieu um Tadeusz Kantor und insbesondere die Freundschaft mit Jerzy Kujawski führten dazu, dass sich das Interesse des Malers verstärkt der Avantgarde zuwandte. 1945 kehrte Alfred Lenica nach Posen zurück, wo er sich künstlerisch engagierte. 1947 wurde er Mitbegründer der avantgardistischen Gruppe 4F+R. Nach Jahren des Experimentierens und Suchens wandte sich Lenica immer stärker der Abstraktion und dem Tachismus zu. Im Jahr 1948 nahm er an der 1. Ausstellung für moderne Kunst in Krakau teil, die von Tadeusz Kantor organisiert wurde. Neben seinen künstlerischen Erkundungen und seiner Faszination für die Abstraktion beteiligte sich Alfred Lenica aktiv an der sozialistischen Realismus-Bewegung und schuf Anfang der 1950er Jahre zahlreiche realistische Gemälde. In der ersten Hälfte der 1950er Jahre, in der Zeit des sozialistischen Realismus, unterbrach Lenica seine künstlerischen Experimente und wandte sich der politisch verordneten Kunstdoktrin zu. Aufgrund seiner politischen Überzeugungen bedeutete dies für ihn eine Rückkehr zu den bereits in den 1930er Jahren gemalten, sozial und politisch engagierten Bildern. Er malte damals Bilder wie „Der junge Bierut unter den Arbeitern“ (1949), „Pstrowski und Genossen“, „Aufnahme in die Partei“ und „Rotes Plakat“ (1950). Für sich selbst versuchte er zudem, formale Experimente mit ideologisch engagierten Themen zu verbinden, wie in dem Werk „Wir verlieren unsere Tageslöhne“ aus dem Jahr 1953, in dem er Collage und Monotypie einsetzte. Ab 1955 kristallisierte sich endgültig der Malstil von Alfred Lenica heraus, der ihn bis zu seinem Tod begleiten sollte. Dieser Stil war eine Verbindung aus Tachismus, Surrealismus, Informel und Dripping. Es entstanden großformatige Ölgemälde, die in einer zuvor vom Künstler entwickelten Technik gemalt wurden (das Hervortreten von Farbtönen unter aufeinanderfolgenden Farbschichten), die er anschließend verfeinerte und weiterentwickelte. Lenica verwendete gerne Lacke und Industriefarben. Er präsentierte einen abstrakten Malstil mit surrealistisch-expressionistischen Zügen. Lenica reiste viel; auf Einladung der UNO hielt er sich um die Jahreswende 1959/60 in Genf auf, wo er am Sitz dieser Organisation das Wandgemälde „Die drei Elemente“ (Wasser, Feuer und Liebe) schuf. Er pflegte ständigen Kontakt zur heimischen künstlerischen Avantgarde, stellte mit der Krakauer Gruppe aus, nahm an den meisten Pleinair-Veranstaltungen in Osieki bei Koszalin teil und und nahm 1966 am Symposium „Kunst in einer sich wandelnden Welt“ in Puławy teil.





